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Der Haï

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Maurice Leblanc Der Haï  Um sein kleines Einkommen zu verzehren, wählte François Herledent die Gemeinde Yainville, weil sie "nicht viel hergibt". Seinem Wunsch, "endlich etwas zu sein", bot er damit eine Chance auf Verwirklichung. Sein ganzes Leben lang hatte François Herdelent unter dem bitteren Schmerz gelitten, unbemerkt zu bleiben. Zwischen ihm und dem Glück stand ein unüberwindbares Hindernis. In der Schule wurde er von seinen Mitschülern vernachlässigt. Er hielt sich aus ihren Spielen, Verschwörungen und ihrem Lachen heraus. Im Unterricht kümmerten sich seine Lehrer nicht um ihn. Zu Hause wurde er von seinen Eltern vergessen. Als er aus dem Internat kam, wurde er als Lehrling zu einem Eisenwarenhändler geschickt. Er tat dort nichts. Der Chef merkte nichts von seiner Anwesenheit. Sein Vater und seine Mutter starben. Man versäumte es, ihn an ihr Sterbebett zu rufen. Er zählte so wenig! Mit ein paar geerbten Münzen erwarb er einen Eisenwarenladen. Aber sei...

Als Fensterputzer getarnt

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  Es war ein sonniger Tag im Herzen der Stadt. Menschen eilten auf den Straßen entlang und genossen das schöne Wetter, während sie ihre täglichen Erledigungen machten. Inmitten all des Trubels befand sich ein kleines Juweliergeschäft, das von den Passanten oft übersehen wurde. In dem Geschäft arbeitete eine Frau namens Maria. Sie hatte das Geschäft vor einigen Jahren von ihrem Vater übernommen und arbeitete hart, um es zu einem Erfolg zu machen. Sie war stolz auf die Auslage, die sie jeden Morgen liebevoll gestaltete und darauf, dass ihre Kunden immer zufrieden waren. An diesem Tag hatte sie jedoch keine Ahnung, dass eine Gruppe von Einbrechern in der Nähe war, die genau darauf aus waren, ihre wertvolle Auslage zu stehlen. Die Einbrecher hatten sich gut vorbereitet. Sie hatten sich als Fensterputzer verkleidet und waren mit einem Staubsauger ausgerüstet. Sie parkten ihren Lieferwagen um die Ecke, in einer Seitenstraße und warteten geduldig auf den richtigen Moment. Als die Mittagsp...

Im Pfarrhaus

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  Im Pfarrhaus. Eine stille Geschichte.   von Georg Busse-Palma Ursprünglich 1902 in Leipzig veröffentlicht bei Hermann Seemann Nachfolger   »Auch dieses hat seine Geschichte. Auch dieses.« Der alte Pastor sagte es mit einem halb wehmütigen, halb frohseligen Lächeln, und über seine hellen, kinderguten Augen legte es sich wie der feine, blaue Schleier einer lieben Erinnerung. Dann, sich die erloschene Cigarette wieder über der Lampe anzündend, fuhr er fort: »Es haben mich schon viele gefragt, warum ich statt der Pfeife, die ja mit meinem Stande unzertrennlich verbunden scheint, an Sonntagen immer nur Cigaretten rauche, trotzdem es mir nicht gesund ist, und noch dazu aus so unbeholfenen Rohrspitzen. Ich will es Ihnen erzählen, wenn Sie vielleicht auch über die Thorheit eines altmodischen Mannes lächeln werden. Haben doch so viele irgend eine Gewohnheit, die anderen thöricht erscheint, die sie aber hegen und pflegen, weil sie ihnen hilft, ein liebes Gedenken wach...

In der Anstalt

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  In der Anstalt. Ein Bild aus dem Leben. von  Georg Busse-Palma Ursprünglich 1902 in Leipzig veröffentlicht bei Hermann Seemann Nachfolger Nicht weit von einer westdeutschen Industriestadt liegt eine grössere Zahl schmucklos, aber gefällig gebauter Häuser. Durch grössere Entfernungen voneinander getrennt, verstreuen sie sich über ein weites, hügeliges Gelände, das hier und da mit Wald bestanden ist. Grösstenteils werden sie von Kranken bewohnt, denen die kräftige Luft und der tiefe Frieden wohlthut. In einem der Häuser jedoch werden keine körperlich Leidenden aufgenommen. Dies ist das Haus, das am weitesten der Stadt zugeschoben und durch ein eisernes Gitterwerk von der Landstrasse getrennt ist. Es ist die Domäne derer, die Schiffbruch im Leben gelitten haben, das Asyl der Gestrandeten. Es beherbergt nur Leute aus besseren Lebensschichten. In der Überzahl sind die Offiziere a. D. Etliche Geistliche sind auch darunter, mitunter auch ein Schriftsteller oder ein Redakte...

Amtsrichter Johnsons Höhepunkte

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  Amtsrichter Johnsons Höhepunkte.  von Georg Busse-Palma Ursprünglich 1902 in Leipzig veröffentlicht bei Hermann Seemann Nachfolger Jeder Mensch hat in seinem Leben einige Höhepunkte, die ihm bis sein seliges oder unseliges Ende unvergesslich bleiben. Auch Ernst Alexander Johnson hatte die seinigen. Den ersten hatte er damals erreicht, als er, der eben Amtsrichter in dem kleinen polnischen Städtchen geworden war, seine alte Studentenliebe heimführte. Am ersten Abend, als sie beisammen sassen, schmiegten sie sich fest aneinander und blickten wortlos in ihre neue Heimat.   Ernst Alexander, in dem ein gefesselter Dichter lag, seufzte tief auf. Auf den Goldgrund des gegenwärtigen Glückes malten seine Träume Blüten und Kränze einer späteren Zukunft, und das Grün der Hoffnung war überall. Die Augen wurden ihm feucht. Er griff nach der Hand seiner Frau und küsste sie, so dass sie seine Thränen spürte. Auch ihre Blicke waren verschwommen. Vielleicht hatte sie seine T...

Der alte Steffen

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  Der alte Steffen.  von Georg Busse-Palma   Ursprünglich 1902 in Leipzig veröffentlicht bei Hermann Seemann Nachfolger Im Osten der Universitätsstadt erhebt sich das Armenhaus. Es ist aus massiven, grauen Steinen gebaut und hat zwei Stockwerke. In dem oberen befinden sich aber nur die Krankensäle, so dass die noch rüstigen Insassen von der schönen, kleinen Stadt fast nichts zu sehen bekommen. Denn aus ihren niedrig gelegenen Fenstern können sie die Mauern, die das Haus umschliessen, nicht überblicken, und Urlaub bekommen sie sehr selten. Im Winter ist das zu ertragen. Wenn der Regen gegen die Scheiben schlägt oder die Flocken immer dichter und dichter herniederwirbeln, frieren die alten Leute und sehnen sich nicht nach draussen. Nur der alte Steffen vielleicht. Aber auch der denkt dann nicht an die deutschen Thäler und Gebirgsketten, die dann doch rauh und ungastlich sind. Er träumt von der heissen, brennenden Tropensonne, trotzdem gerade sie ihn so krank und elend ...

Ein Kind der See

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  Ein Kind der See.  von  Georg Busse-Palma Ursprünglich 1902 in Leipzig veröffentlicht bei Hermann Seemann Nachfolger Er war ein Antwerpener. Sein Vater, dessen Glieder die Gicht gekrümmt hatte, verzehrte sich vor Sehnsucht nach dem offenen Meer, das er Jahrzehnte lang befahren hatte. Als kleiner Hafenbeamter wohnte er dicht am Wasser, und über die Wiege seines Kindes flogen die herben, salzigen Seewinde. In die Schlummerliedchen, die ihm die Mutter sang, schrillten die Dampfpfeifen, und wenn er des Nachts sein heisses Köpfchen aus den Kissen hob und durch das Fenster sah, glotzten ihn aus der Ferne böse, rotglühende Augen an. Er fürchtete sich aber nicht lange vor ihnen, denn ehe er noch sprechen konnte, wusste er schon, dass sie kein Spuk, sondern nur die Laternen mächtiger, dunkler Schiffskolosse waren, die sich schwerfällig durch den Kanal dem geräumigen Hafen zu bewegten. Kaum, dass er die Kinderschuhe ausgetreten hatte, ging auch er zur See. Als Leichtmatr...